Die gelben Gehäuse der Präzisionsneigungsmesser stehen bereits am Rand der Baugrube, während die ersten Bagger den Oberboden abtragen. Der zuständige Messtechniker justiert die Inklinometerkette im Bohrloch und gleicht die ersten Nullmessungen mit dem digitalen Modell ab. In Paderborn, wo der quartäre Geschiebemergel und die darunter anstehenden Tonmergelsteine des Turon die Baugrubensohle bilden, entscheidet diese frühe Phase über den gesamten Projektverlauf. Die Geotechnische Baugrubenüberwachung in Paderborn erfasst nicht nur Verformungen am Verbau, sondern dokumentiert auch Porenwasserdrücke und Setzungen an der umliegenden Bebauung. Gerade im verdichteten Stadtkern rund um den Dom oder entlang der Paderquellen ist der Spielraum für unerwartete Bewegungen minimal. Ein kontinuierlicher Soll-Ist-Abgleich der Verformungsdaten schafft die belastbare Grundlage für die statische Nachweisführung nach DIN 1054 und erfüllt die Auflagen der Genehmigungsbehörden.
Im Paderborner Mergel sind es oft nicht die großen Verformungen, sondern die langsamen Kriechbewegungen im wasserführenden Tonstein, die den Verbau vor unerwartete Herausforderungen stellen.



