GEOTECHNIK
PADERBORN
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Schürfgruben in Paderborn: Direkte Baugrundaufschlüsse für fundierte Entscheidungen

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Der Baugrund im Paderborner Stadtgebiet überrascht immer wieder. In unserer Erfahrung ist es vor allem der Wechsel zwischen den Kalksteinverwitterungslehmen der Paderborner Hochfläche und den quartären Talfüllungen in Senne und Paderquellgebiet, der bei flächigen Aufschlüssen ohne Kernbohrung schnell zu Fehlinterpretationen führt. Genau hier setzt die Schürfgrube an: Sie liefert einen ungestörten Vertikalaufschluss, in dem Schichtgrenzen, Auffüllungen und der Verwitterungsgrad direkt am Profil angesprochen werden können. Anders als bei reinen Ramm- oder Drehbohrverfahren sehen wir die Übergänge vom Oberboden zum gewachsenen Fels in Paderborn auf den Zentimeter genau. Ergänzend dazu kombinieren wir die Profilaufnahme oft mit der Entnahme gestörter und ungestörter Proben für die spätere Korngrößenanalyse, um die Einstufung nach DIN 18196 labortechnisch abzusichern.

Ein direkter Vertikalaufschluss ersetzt keine Laborprobe, aber er verhindert, dass Sie die falsche Probe an der falschen Stelle entnehmen.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Ein klassischer Fehler, den wir bei Projekten in Paderborn immer wieder beobachten: Es wird angenommen, der anstehende Geschiebelehm oder Kalkverwitterungslehm sei ausreichend tragfähig, ohne die tatsächliche Konsistenz im aufgeschlossenen Profil zu prüfen. Die Schürfgrube erlaubt aber genau das: die fingerprobenartige Bestimmung der Zustandsgrenzen direkt vor Ort und die gezielte Entnahme von Sonderproben aus wechsellagernden Horizonten. Besonders in den Hanglagen am Rande des Eggegebirges, wo der Festgesteinshorizont oft schräg einfällt und von Hanglehm überdeckt wird, zeigt sich der Wert einer visuellen Profilansprache. Wir dokumentieren die Grubenwand fotografisch und zeichnerisch nach DIN EN ISO 22475-1, bevor wir das Bohrloch wieder fachgerecht verfüllen. Die Arbeiten werden mit einem leichten Minibagger ausgeführt, der auch auf schwer zugänglichen Grundstücken in den engen Gassen der Paderborner Innenstadt manövrieren kann.
Schürfgruben in Paderborn: Direkte Baugrundaufschlüsse für fundierte Entscheidungen
Technische Referenz — Paderborn

Lokaler geotechnischer Kontext

In Paderborn ist die Anwendung der DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke) in Kombination mit der DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) bindend. Das bedeutet: Jeder Baugrundaufschluss muss so angelegt sein, dass die Standsicherheit der Grubenwände während der Aufnahme gewährleistet ist. Bei Schürfgruben über 1,25 m Tiefe schreibt die DIN 4124 (Baugruben und Gräben) einen geböschten oder verbauten Querschnitt vor. In den Auebereichen der Pader, wo die Böden oft organische Beimengungen enthalten und hoch anstehendes Grundwasser die Regel ist, steigt das Risiko von Nachbrüchen erheblich. Wir sichern diese Aufschlüsse standardmäßig mit einem leichten Grabenverbau, um die Arbeitssicherheit nach DGUV Vorschrift 38 zu gewährleisten. Ein ungesicherter Aufschluss in diesen weichen Aueböden ist keine Option.

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Maßgebliche Normen

DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 4124: Baugruben und Gräben, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Erkundung des Baugrunds, DGUV Regel 101-604

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefe Regelausführungbis 3,0 m unter GOK
Sonderaufschlüssegestuft geböscht bis 4,5 m
Verfüllunglagenweise verdichtet, Material nach LAGA
Probenahmegestört (Eimer) / ungestört (Ausstechzylinder)
DokumentationDIN EN ISO 22475-1, Fotodokumentation
MaschineneinsatzMinibagger (1,5 t, gummibereift)
Arbeitsschutzgemäß DGUV Regel 101-604 (Baugewerbe)

Gängige Fragen

Ab welcher Tiefe ist in Paderborn ein Verbau für Schürfgruben vorgeschrieben?

Gemäß DIN 4124 muss ab einer Tiefe von 1,25 m ein Verbau oder eine standsichere Böschung (max. 45° bei nichtbindigen Böden) vorgesehen werden. In den Aueböden der Pader mit weicher Konsistenz setzen wir grundsätzlich ab 1,0 m Tiefe einen leichten Grabenverbau ein, auch wenn die Norm formal erst bei 1,25 m greift.

Welche Bodenarten treten in Paderborn typischerweise in Schürfgruben auf?

Das Profil ist stark standortabhängig. Auf der Paderborner Hochfläche stehen verwitterte Mergel- und Kalksteine des Turon und Cenoman an, oft überdeckt von 0,5–1,5 m Geschiebelehm. In der Senne dominieren quartäre Sande und Kiese der Ur-Ems, während im Paderquellgebiet organische Auelehme und Kalktuffe (Quellkalk) das Bild prägen. Die genaue Ansprache erfolgt nach DIN EN ISO 14688.

Können aus der Schürfgrube Proben für spätere Laborversuche entnommen werden?

Ja, das ist ein wesentlicher Grund für die Anlage einer Schürfgrube. Wir entnehmen gestörte Proben für die Bestimmung der Kornverteilung und der Zustandsgrenzen sowie ungestörte Proben in Ausstechzylindern, falls Wassergehalt oder Scherfestigkeit im Labor ermittelt werden sollen. Die Probennahme erfolgt nach DIN EN ISO 22475-1.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Paderborn rechnen?

Für eine Schürfgrube in Paderborn mit einer Tiefe bis 3,0 m, inklusive Profilaufnahme, Fotodokumentation und fachgerechter Verfüllung, liegen die Kosten üblicherweise zwischen €420 und €800. Der Preis variiert je nach Zugänglichkeit, angetroffenem Boden (Fels erschwert den Aushub) und ob ein Verbau notwendig wird.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Paderborn und Umgebung.

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