Die DIN 4020 verlangt für jede Baumaßnahme in Paderborn eine gesicherte Bestimmung der Scherparameter, sobald der Baugrund mehr als nur oberflächlich beansprucht wird. Gerade hier, wo die Paderquellen den Untergrund durchziehen und mergelige Kalksteine des Turon auf kaum zwei Metern Tiefe anstehen können, reichen Erfahrungswerte aus Tabellen nicht aus. Der Triaxialversuch liefert die belastbaren Kennwerte, die der Statiker für die Standsicherheitsnachweise nach Eurocode 7 tatsächlich braucht. Unser Labor in der Region führt den Versuch wahlweise als konsolidiert-drainierten (CD) oder konsolidiert-undrainierten (CU) Test durch, abgestimmt auf die jeweilige Bauphase und die zu erwartenden Porenwasserdrücke im Paderborner Mergel. Weil die Stadt mit über 150.000 Einwohnern kontinuierlich wächst, entstehen immer wieder Bauvorhaben in Hanglagen oder auf heterogen aufgefüllten Flächen, wo eine abgesicherte Kohäsion und ein realistischer Reibungswinkel wirtschaftliche Reserven in der Bemessung freisetzen können. Ergänzend zur Scherfestigkeit lässt sich mit einer Korngrößenanalyse die Durchlässigkeit des Materials eingrenzen, was bei dränierten Versuchsvarianten die Wahl der Abschergeschwindigkeit steuert.
Ein Triaxialversuch liefert die einzige normativ belastbare Hüllkurve für den Nachweis von Grundbruch und Böschungsstabilität – alle anderen Verfahren bleiben Näherung.



