Die quartären Lockersedimente der Paderborner Hochfläche stellen bei Erdbebenereignissen ein spezifisches Risikopotenzial dar. In den Tälern von Pader, Alme und Lippe lagern sich feinkörnige, wassergesättigte Sande und Auenlehme ab, die unter seismischer Einwirkung zur Bodenverflüssigung neigen können. Anders als im norddeutschen Tiefland sind die oberflächennahen Schichten in Paderborn oft von anthropogenen Auffüllungen überlagert – Relikte der industriellen Entwicklung und der Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs. Das erschwert die Prognose ohne eine standortspezifische Bodenverflüssigungsanalyse. Wir kombinieren Sondierungen nach DIN EN ISO 22476-3 mit laborbasierten dynamischen Triaxialversuchen, um das Verflüssigungspotenzial präzise zu quantifizieren. So lassen sich Gründungskonzepte für Bauvorhaben in Paderborn sicher und normkonform nach Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) auslegen. Die Analyse ist nicht nur für große Infrastrukturprojekte relevant – auch bei Wohnbebauungen in der Paderborner Senke wird sie zunehmend von den Genehmigungsbehörden gefordert.
Feinsande der Paderborner Niederterrassen zeigen im Labor oft Porenwasserüberdrücke weit unterhalb der rechnerischen Seed-&-Idriss-Grenze – ein lokaler Effekt, den nur die standortspezifische Analyse abbildet.



